Veranstaltungsmitschnitt – Kerem Schamberger

Am vergangenen Freitag (13.01.17) besuchte Kerem Schamberger die Universität Leipzig: Für seinen Vortrag „Der Putsch im Putsch“ luden wir Kerem ein zur aktuellen Situation in der Türkei und Nordkurdistan zu berichten. Er beschrieb die Reaktion der AKP-Regierung nach dem gescheiterten Putschversuch am 15./16. Juli 2016 in der Türkei, die einem eigenen Putsch gleich kommt. Unzählige Staatsbedienstete und Akademiker*innen wurden entlassen, linke Oppositionelle festgenommen, so zum Beispiel die beiden Vorsitzenden der linkskurdischen HDP.

Für alle die nicht dabei sein konnten, haben wir den Vortrag und die anschließende Diskussion hier dokumentiert:

SDS-Themenabend Türkei: Ein Abend, zwei Veranstaltungen!

Was ist los in der Türkei?

17 Uhr im Seminargebäude Raum S126
//Der Krieg gegen die Kurden: Gepräch mit dem Fotografen Sylvio Hoffmann (Leipzig)

19 Uhr, Hörsaalgebäude, HS 12.
//Wohin steuert die Türkei? | Vortrag und Diskussion über die aktuelle politische Lage mit dem Politologen Alphan Tuncer (Berlin)

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////Der Krieg gegen die Kurden: Gepräch mit dem Fotografen Sylvio Hoffmann (Leipzig)

Der Leipziger Fotograf Sylvio Hoffmann verbrachte in den vergangenen zwei Jahren insgesamt mehrere Monate in kurdischen Kriegsgebieten in der Türkei, Syrien und dem Irak. Er dokumentierte die Zerstörung der Stadt Kobanè durch Daesh, die Belagerung kurdischer Siedlungsgebiete im Südosten der Türkei durch die türkische Armee und sprach mit kurdischen Widerstandskämpfer*innen. Seine Bilder wurden u.a. in deutschen und österreichischen Medien veröffentlicht. Im Rahmen unseres Themenabends wollen wir uns Zeit nehmen, mit ihm über die Lage vor Ort, seine Eindrücke und die besondere Arbeit als Fotograf in Kriegsgebieten ins Gespräch zu kommen. Außerdem wird er uns seine Aufnahmen präsentieren und über deren Hintergründe berichten.

////Wohin steuert die Türkei? | Vortrag und Diskussion über die aktuelle politische Lage mit dem Politologen Alphan Tuncer (Berlin)

Nach dem Putschversuch vom 15. Juli hat die türkische Regierung einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt, um alle Unterstützer*innen und Sympathisant*innen des Staatsstreichs aus dem Staatsapparat und dem gesellschaftlichen Leben zu entfernen. Anfang Oktober hat das Kabinett (unter Vorsitz von Präsident Erdogan) beschlossen, den Ausnahmezustand noch einmal zu verlängern. Als Hauptverdächtige gelten offiziell die Anhänger*innen des seit 1999 in den USA lebenden Fethullah Gülen. Da die Gülenist*innen jedoch über Jahrzehnte hinweg eng mit den AKP-Kadern zusammengearbeitet haben, sind die Ereignisse auf den ersten Blick schwer zu durchschauen. Beide Gruppierungen konnten in den „goldenen Jahren“ der AKP Regierung (2002-2013) einen enormen Machtzuwachs verzeichnen. Seit dem Bruch zwischen Erdogan und Gülen 2013 herrscht zwischen beiden Lagern offene Feindseligkeit. Diese wird zusätzlich durch Verschwörungstheorien genährt. Vor diesem Hintergrund müssen die aktuellen Ereignisse betrachtet und interpretiert werden.

Dr. Alphan Tuncer stellt in einer Einführung vor, wer die Akteur*innen waren und sind, er bettet die Vorgänge in die jüngere Geschichte der Türkei ein und verknüpft die Ereignisse mit anderen aktuellen politischen Tendenzen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die NATO-Mitgliedschaft und der angestrebte EU-Beitritt sowie die damit verbundenen Interessen und Abhängigkeiten. Dabei bezieht er die Warnung des italienischen Philosophen Giorgio Agamben über die grundlegende Umwandlung des uns vertrauten Staatmodells und die Entwicklung vom Rechtsstaat zum Sicherheitsstaat in Europa ein.

Bundeswehr raus aus den Hochschulen!

Kein normaler Arbeitgeber. Studis an der HTWK wehren sich gegen Militärwerbung.

// Linke Studis protestieren gegen Militär-Stand an HTWK

Die „Firmenkontaktmesse WIK-Leipzig“ bot heute an der HTWK Platz für allerlei Unternehmen und Agenturen, die auf der Suche nach passendem Humankapital waren. Darunter auch ein Stand der Bundeswehr.

Gegen die Präsenz des Militärs an Hochschulen protestierte heute eine selbstorganisierte, sich noch im Aufbau befindende linke Struktur. An einem selbst aufgestellten Stand konnten u.a. die schäbigen Bundeswehr-Flyer gegen köstlichen Kuchen getauscht werden.

Das nächste Plenum der neuen HTWK-Gruppe, von der die Aktion heute ausging, findet kommenden Montag um 19:00 im StuRa-Büro im Raum G101 statt. Die Struktur setzt sich aus HTWK- und Uni-Studis zusammen, die nur teilweise in anderen Gruppen, wie dem SDS organisiert sind.

weitere Fotos hier: https://www.facebook.com/sdsleipzig/photos/?tab=album&album_id=1204592882967287

Heute zum offenen Plenum!

Um 19 Uhr treffen wir uns heute vor dem GWZ in der Beethovenstraße für unser offenes Plenum. Was ist der SDS? Was haben wir im kommenden Semester vor? Viele Fragen und hoffentlich einige Antworten und spannende Gespräche, die beim Bierchen in der Kneipe vertieft werden können. Klingt gut?

Dann bis später!

Die Kritischen Einführungswochen 2016 gehen los!


Morgen starten die Kritischen Einführungswochen an der Uni Leipzig. Wir haben dafür heute das Couchcafé im Campusinnenhof aufgebaut. Hier findet ihr uns die nächsten drei Wochen bei Kaffee und Kuchen – und hoffentlich besserem Wetter.

Wir haben zahlreiche Veranstaltungen vorbereitet, die ihr hier nochmal in der Übersicht sehen könnt:

Di. 04.10. 09:00 Uhr, Seminarraum 127: Die „deutsche Verantwortung“ und Imperialismus
Deutschland rüstet auf. Der Rüstungsetat wird schrittweise an die 3,4 % der USA angeglichen. Insgesamt 3.300 deutsche Soldat*innen sind an 14 Auslandseinsätzen beteiligt. Image-Kampagnen inszenieren die Bundeswehr als normalen Arbeitgeber. Die vielbeschworene „deutsche Verantwortung“ und der Schutz von Menschenrechten dienen dabei als Vorwand zur Durchsetzung dieser umfassenden Militarisierung. Inzwischen wird aber auch offen von der Verteidigung deutscher Interessen gesprochen. Was sind diese Interessen? Inwiefern lassen sich die Entwicklungen durch Imperialismustheorien erklären?

Mi. 05.10. 13:00 Uhr, Hörsaal 19: Sozialismus und Feminismus heute
Das medial verbreitete Idealbild der schönen, sexuell attraktiven und erfolgreichen Karrierefrau widerspricht der Lebensrealität der meisten Frauen, denen neben Lohnarbeit auch heute noch die Umsorgung von Familie und Kindern auf den Schultern lastet. Um den Widerspruch der propagierten „gleichberechtigten, freien“ Frau und der realen Fortexistenz von Unterdrückung und Ungleichheit aufzulösen, bedarf es einer Analyse des Ursprungs der Frauenunterdrückung und ihrer Reproduktion im heutigen Kapitalismus.

Fr. 07.10. 11:00 Uhr, Hörsaal 13: Türöffner Islamfeindlichkeit
Der Anti-Islam-Kurs der AfD ist auf breite Kritik gestoßen. Doch worüber die meisten schweigen: Der antimuslimische Rassismus der bürgerlichen Mitte gibt Pegida, AfD & Co Rückenwind. Antimuslimischer Rassismus ist weit verbreitet und funktioniert hier als Türöffner für rechte Strukturen, große Teile der Bevölkerung anzusprechen und für sich zu gewinnen. Wie konnte es dazu kommen?

So. 09.10. 14:00 Uhr, Treffen vor der Unikirche (Augustusplatz): Historische Stadtrundfahrt – Orte der Arbeiterbewegung und des antifaschistischen Widerstands
Oh rotes Leipzig – einst stolzes Zentrum der Arbeiter_innenbewegung, Schaffensort Rosa Luxemburgs, Geburtsort Karl Liebknechts. Später Ort nationalsozialistischer Gräueltaten. Unsere Kämpfe haben eine Geschichte. Sie handelt von roten Fahnen, entschlossenen Barrikaden und einem tieftraurigen Obelisken. Eine historische Fahrradreise – quer durch Leipzig und die Geschichten seiner Bewohner_innen.

Mo. 10.10. 13:00 Uhr, Hörsaal 17: Bildungskämpfe an der Hochschule gestern und heute
Schmeiß den Bachelor aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum Denken! Mit den Bildungsreformen der 60er Jahre und der damit einhergehenden Öffnung der Hochschulen entsteht in der BRD eine kämpferische Studierendenbewegung. Wir wollen uns anschauen, vor welchen Herausforderungen die Studierendenbewegung in der Vergangenheit stand und vor welchen sie heute steht.

Mo. 10.10. 19:00 Uhr, Hörsaal 12: Die EU in der Krise
Jedes Jahr sterben tausende Menschen bei der Flucht an den EU-Außengrenzen. Gleichzeitig trägt die EU seit 2012 den Friedensnobelpreis. In Griechenland herrscht eine humanitäre Katastrophe, verursacht durch eine Sparpolitik, die zur Überwindung der Krise führen soll, aber nur den Interessenen von Banken und Großunternehmen dient. All das rüttelt am öffentlichen Bild der EU. Was ist dran am Friedens- und Wohlstandsversprechen der „europäischen Integration“?


Fr. 14.10. 15:00 Uhr, Seminarraum 127: The American Left – condemned to failure? [in English]

The US presidential elections have brought yet another round of disappointment for the American Left: the left movements around Bernie Sanders and Black Lives Matter appear to have been successfully absorbed into the Democrat Party. But this disappointment is hardly new: the history of the American Left is that of its liquidation into the Democrats. What would a socialist Left outside the Democrat Party look like? A focus on the American Left’s role in forming the present Party since the 1960’s will set the frame for a discussion of this question.

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Do. 20.10. 19:00 Uhr, Treffen vorm GWZ: SDS-Leipzig – Offenes Plenum
Bei diesem Treffen könnt ihr uns und unsere Arbeit kennenlernen. Kommt vorbei, ihr seid alle herzlich willkommen.

Nein zu Islamfeindlichkeit! Kein Platz für Rassismus!

Redebeitrag des SDS bei den Protesten gegen Legida am 4. Juli 2016.

Kein Platz für Rassismus!

Vor drei Tagen jährte sich der Mord an Marwa El-Sherbini zum siebten Mal.
Der 1. Juli ist seitdem ein Tag des Gedenkens an eine junge Muslimin, die bei einer
Gerichtsverhandlung im Landgericht Dresden vor den Augen ihres Ehemannes und ihres Kindes
vom Angeklagten erstochen wurde. Das Motiv des Mordes war antimuslimischer Rassismus. Der
Mörder hatte zuvor unter Anderem gesagt, Muslime seien „keine richtigen Menschen“.
Auch heute erschrecken uns Zahlen. Laut der neusten Mitte-Studie der Universität Leipzig ist
Islamfeindlichkeit weit verbreitet. Der Aussage „Muslimen sollte die Zuwanderung nach
Deutschland untersagt werden“ stimmen 41,4 Prozent der Deutschen zu. Das zeigt sich zudem an
offenem Hass gegen Geflüchtete, Muslime, Sinti und Roma und einer zunehmende Zahl von
Menschen, die die gewalttätige Durchsetzung von rassistischen Ideologien für legitim hält. Immer
häufiger werden Hakenkreuze an Moscheen gemalt, Schweinekadaver auf dem Gelände von
Moscheen abgelegt oder wie zuletzt in Gera sogar Schüsse auf eine Frau mit Kopftuch abgefeuert.
Islamverbände beklagen im laufenden Jahr einen massiven Anstieg islamfeindlicher Übergriffen
und Angriffe auf Moscheen. Doch eine systematische Erfassung solcher Delikte findet bis heute
nicht statt.
Angesichts dessen ist es wichtig, ein klares Zeichen zu setzten gegen rechte Gewalt und
antimuslimischen Rassismus. Es ist eine tagtägliche Aufgabe Islamfeindlichkeit und jeder Form von
Rassismus entschieden entgegenzutreten.

Heute demonstrieren wir wieder gegen LEGIDA. Seit nun gut anderthalb Jahren gehen Hunderte
auf die Straße um gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ zu demonstrieren. Startpunkt und
bindendes Element der rassistischen Mobilisierungen, die sich im letzten Sommer vorrangig auf die
angebliche „Masseneinwanderung“ konzentriert haben, war also Islamfeindlichkeit. Auch die AfD
ist vom Thema Europa über Flüchtlinge nun bei „dem Islam“ angelangt. Der Islam gehöre nicht zu
Deutschland, darauf können sich alle in der AfD einigen. Manche gehen noch weiter: Beatrix von
Storch spricht von der „größten Bedrohung für Demokratie und Freiheit“, Björn Höcke skandiert in
Erfurt „AfD? Nein zur Moschee!“ und fügt hinzu, ich zitiere: »Und wenn ein Muslim in diesem
Land dieses Nein nicht akzeptieren will, dann steht es ihm frei, seinen Gebetsteppich einzurollen,
ihn sich unter den Arm zu klemmen und dieses Land zu verlassen!«. Er will also nicht nur die
Einwanderung stoppen, sondern Musliminnen und Muslime aus Deutschland verdrängen.
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland stellt in diesem
Zusammenhang fest, „dass es zum ersten Mal seit Hitler-Deutschland eine Partei gibt, die erneut
eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht. Das müssen wir
feststellen und auch so betonen.“

Doch die 41% der deutschen Bevölkerung, die Musliminnen und Muslimen die Einwanderung
untersagen würden sind nicht allein auf eine erstarkende Rechte zurückzuführen. Der
antimuslimische Rassismus der bürgerlichen Mitte gibt den Islamhassern von Pegida bis zur AfD
Rückenwind. Auch wenn die Empörung über den Anti-Islam Kurs der AfD auch in den etablierten
Parteien groß war – ihre Politik bleibt islamfeindlich. Weiterhin wird etwa ein Kopftuchverbot im
öffentlichen Raum diskutiert, Erdbestattungen als zentrales Element der Religionsausübung sind
weiterhin verboten. Als LINKE sollten wir hier an der Seite der Musliminnen und Muslime für eine
Gleichstellung der Religionen, für Religionsfreiheit kämpfen!

In den letzten 15 Jahren gab es zwei Phasen die die Islamfeindlichkeit enorm befeuert haben. Die
erste beginnt mit dem 11. September 2001 und dem daran anschließenden „Krieg gegen den
Terror“. Durch die Gefahr „Islam“ konnte die weitere Militarisierung der deutschen Außenpolitik
legitimiert werden. Die zweite Phase setzt ungefähr mit der Weltwirtschaftskrise 2008 ein. Bücher
wie „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin bestimmten den medialen Diskurs. Anstatt
über die sozialen Konflikte zu sprechen, wurde vielfach über „den Islam“ diskutiert. Rassismus
spaltet und verschleiert die eigentlichen Konflikte – das dürfen wir nicht zulassen!
Auch heute können sich die Rechten beim Thema „Islam“ auf weite Teile der etablierten Politiker
und Medien verlassen. Ob Henryk M. Broder oder Alice Schwarzer, ob Spiegel, Süddeutsche,
Stern oder Focus – die Slogans sind die selben: „Mekka Deutschland: Die stille Islamisierung
(spiegel), „Unheimliche Gäste – die Gegenwelt der Muslime“ (focus) oder „Wie gefährlich ist der
Islam?“ (stern).

Als Linke sollten wir uns diesem rassistischen Diskurs nicht hingeben und an der Seite der
Musliminnen und Muslime gegen Rassismus kämpfen. Gleichzeitig sollten wir nicht verzagen, die
wirklichen Probleme zu benennen und anzugehen: ob in der Uni, im Stadtteil, oder im Betrieb. Nur
gemeinsam können wir eine demokratische und kritische Uni, bezahlbare Mieten oder gute Löhne
erreichen. Es geht nicht um drinnen und draußen, Christen gegen Muslime sondern um reich und
arm, oben und unten.

Deshalb: Kein Platz für Rassismus! Unsere Alternative heißt Solidarität!

Internationale Solidarität gegen den Neoliberalismus in ganz Europa

nuit debout demo 20.06.16 (2)

Redebeitrag des SDS Leipzig auf der Solidaritätsdemo mit den Streiks und Protesten gegen die Arbeitsmarktreform in Frankreich

Neues Rathaus Leipzig, 20.06.2016

Seit mehreren Monaten erlebt Frankreich eine Vielzahl an Protesten und Streiks. Zuletzt, vor einer Woche, am 14. Juni, waren weit über eine Million Menschen auf der Straße. Was mit Streiks, reinen Gewerkschaftsdemos, vereinzelten Platzbesetzungen und „Nuit debout“ begann, ist mittlerweile zu einer Bewegung geworden, die die Regierung herausfordert. Auslöser ist eine Arbeitsmarkt“reform“, die diesen Namen nicht verdient hat. Die Ausgestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse sollen ab sofort fast vollständig auf Betriebsebene zwischen Unternehmen und Beschäftigten ausgehandelt werden. Jede kollektive Organisierung der Lohnabhängigen soll verhindert werden. Das besagte Gesetz, „loi travail“, stellt somit auch eine erhebliche Schwächung der Verhandlungsmacht der Gewerkschaften dar. Auch sollen die 35-Stunden Woche gestrichen werden und Abfindungen in der Breite gedeckelt werden, sodass großen Entlassungen weniger im Wege steht. Das Gesetz ist Ausdruck eines radikalen Kapitalismus der herrschenden neoliberalen Politik, die individualisiert und gegen die materiellen Interessen der Mehrheit arbeitet. Dieser offensichtliche Zweck der Umgestaltung des Arbeitsmarktes gegen jegliche Interessen der arbeitenden Bevölkerung ist es wohl, der all diese Menschen auf die Straßen treibt.

Die neueste Entwicklung in Frankreich ist jedoch kein Einzelphänomen: die Agenda 2010 unter Rot-Grün fungiert als eine Art Vorbild für die Vorhaben Hollandes und der französischen Regierung, die sich selbst sozialistisch nennt. Wir sagen: Hartz IV ist kein Vorbild! In keiner Hinsicht!
Hartz IV, der Ausbau von Leih- und Zeitarbeit, das weitere Voranschreiten der Privatisierung des Wohnungsmarktes oder auch der öffentlichen Gesundheitsversorgung sind nur ein Teil der neoliberalen „Reformen“, die für unsere Generation den Normalzustand darstellen. Den vermeintlichen „Wohlstandskapitalismus“ der Nachkriegszeit kennen wir nur aus Erzählungen. Ob in Frankreich oder hierzulande: Unser Alltag heißt Krise, unser Alltag heißt G8, Bachelor/Master, Praktikum, befristete Jobs. Auch das bringen die vielen Menschen in Frankreich auf der Straße zum Ausdruck. Doch es sind keinesfalls nur junge Menschen oder ausschließlich politisierte Studierende. Vielmehr handelt es sich um eine Gesamtheit von Ausgebeuteten, Unterdrückten und Missachteten. Man sieht Renterinnen und Rentner, Familien mit Kindern und Menschen mittleren Alters neben Jugendlichen demonstrieren, die allesamt das gleiche Ziel auf die Straße treibt: Der Kampf gegen das „loi travail“, für soziale Gerechtigkeit. Doch die Proteste sind erheblicher Repression ausgesetzt. Nicht nur, dass die derzeitige Europameisterschaft den Großteil der öffentlichen Aufmerksamkeit auf sich zieht und kaum Raum für bedeutsame politische Kämpfe lässt. Die Regierung legt der sozialen Bewegung alle erdenklichen Steine in den Weg, z.B. durch Demonstrationsverbote für Gewerkschaften, das Verweigern ernsthafter Verhandlungen und Anordnen unverhältnismäßiger Polizeigewalt oder durch schlichtes Totschweigen der Inhalte und Forderungen.

Ob in Deutschland, Frankreich, Griechenland oder Spanien: Wir erleben europaweit eine enorme Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums – der Wohlstand konzentriert sich in immer weniger Händen. Im globalen Kontext bedeutet das: 62 Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Diese Dynamik wohnt dem Kapitalismus inne. Sie wird durch Arbeitsmarktreformen die Agenda 2010 oder die Verordnungen der Troika in Griechenland weiter verschärft. In diesem Zusammenhang steht auch das „loi travail“, das Millionen von Beschäftigten mehr Arbeitszeit, weniger Lohn und weniger Rechte bescheren soll, wovon große Konzerne profitieren und wodurch Frankreich, so die Argumentation der Regierung, international „konkurrenzfähig“ wird. Doch nicht nur der Zwang zur Konkurrenzfähigkeit macht den Kapitalismus aus. Die verheerenden Auswüchse und Wirkungen dieses ökonomischen Systems lassen sich an vielen Orten in unterschiedlichsten Kontexten beobachten. Zwar ist die globale Ökonomie auf Nationalstaaten angewiesen, doch die Mechanismen gehen über Grenzen hinaus. Deshalb gilt es auch den Kampf für Befreiung international und antinational zu führen. Unsere Probleme enden nicht an deutschen oder europäischen Außengrenzen und damit auch nicht unser Engagement. Ob Solidarität mit Menschen, die vor den Auswirkungen von Kolonialismus und Imperialismus fliehen oder mit jenen, die gerade in Frankreich gegen das „loit travail“ auf die Straße gehen: Es gilt gemeinsam und grenzübergreifend zu kämpfen!

Und es gibt Widerstand, auch wenn in breiten Teilen der Medien davon oft wenig bis gar nichts zu hören oder zu lesen ist: In ganz Europa sind Menschen auf der Straße, um zu protestieren, um zu streiken, um Menschen während und nach der Flucht zu helfen und den Rechten entgegenzutreten, kurz: Um für ein Europa der Solidarität zu kämpfen. Ein Europa, das Geflüchtete aufnimmt und nicht im Mittelmeer ertrinken oder vor riesigen Zaunanlagen verelenden lässt. Ein Europa, das nicht im Sinne von Banken und Konzernen ganze Länder in den sozialen Bankrott zwingt. Ein Europa, das nicht aufrüstet und keine Kriege führt.
Dieses Europa werden wir nicht über eine Reform der Europäischen Union erreichen. Diese EU ist in ihren Grundzügen neoliberal, antidemokratisch und militaristisch. Eine Welt und ein Europa der Solidarität müssen wir uns selbst erkämpfen.

Wir, die gesellschaftliche Linke und vor allem auch wir, die Schüler*innen, Studierenden, Azubis usw. , müssen also alles daran setzen für eine bessere Zukunft aller zu streiten. Anlässe gibt es genug: In den letzten Jahren erleben wir immer mehr Streiks. Ob bei der Post, bei der Bahn, in den KiTas, im Krankenhaus oder bei Amazon. Die Streikenden verdienen unsere volle Unterstützung! Doch auch wir als Studierende in unserem alltäglichen Umfeld, der Universität, müssen uns zusammentun, entgegen der Illusion die Uni sei ein einziger Hort von Privilegien. Für bezahlbaren Wohnraum, existenzsicherndes BAföG und kritische Wissenschaft und Lehre. Mit der Exzellenzinitiative hat der Bundesrat gerade erst ein weiteres Gesetz verabschiedet, das nach kruden, ökonomischen Leistungskriterien Mittel zur Forschung und Bildung ausschüttet, die Hochschulen nach dem Elitenprinzip in Konkurrenz zueinander setzt und die breite Unterfinanzierung munter fortführt. Leider hat auch die Landesregierung der LINKEN in Thüringen und ihr Ministerpräsident Bodo Ramelow dieses absurde Gesetz im Bundesrat nicht gestoppt. Nur ein Hinweis darauf, dass der Weg zur Veränderung offensichtlich nicht über’s „Mitregieren“ funktioniert. Für Linke im Parlament muss eine konsequente Oppositionspolitik absoluter Fixpunkt bleiben, statt darauf zu setzen als „RotRotGrün“ mitverwalten zu dürfen. Sinnvoller wäre es ein noch aktiverer Teil der außerparlamentarischen Kämpfe und sozialen Bewegungen zu sein. Wir brauchen nicht darauf zu hoffen, dass es irgendjemand schon in unserem Sinne richtet: Lasst uns selbst die Initiative ergreifen und gemeinsam als Studierende, Beschäftigte, Arbeitslose, Geflüchtete, Schüler*innen und Azubis für eine solidarische, antikapitalistische Perspektive auf die Straße gehen!

Deshalb waren Aktivist*innen des SDS letzte Woche in Frankreich und deshalb sind wir heute hier und sagen:

On lache rien! Wir geben nichts her! Solidarität mit den Streiks und Protesten in Frankreich!

Solidarity Beyond Borders – Infos & Programm

Ausstellung April 2016neu

Fotoausstellung – Vorträge – Diskussionen

25. – 30. April 2016 // Pöge-Haus // Hedwigstraße 20

Weltweit befinden sich sechzig Millionen Menschen auf der Flucht, vor allem vor Krieg und Armut. Die europäischen Länder exportieren weiter Waffen, führen Kriege und erzielen Profite in kolonialer Manier. Der Slogan der Refugee-Bewegung »Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört« bringt die Verantwortung der Staaten des globalen Nordens auf den Punkt. Überall in Europa setzen sich ehrenamtliche Unterstützer*innen für geflüchtete Menschen ein. Gleichzeitig gibt es einen enormen Anstieg rechter Gewalt, rassistischer Mobilmachung und einen massiven Stimmenzuwachs rechter Parteien. Die europäischen Regierungen spielen ihnen in die Hände, indem sie Obergrenzen festlegen, das Asylrecht verschärfen und Europa nach außen abschotten.
Vor diesem Hintergrund wollen wir als sozialistischer Studierendenverband zusammen mit einzelnen Personen und Initiativen mit einer Fotoausstellung in den politischen Diskurs eingreifen. Eine Woche lang stellen wir Bilder des Berliner Fotografen Max Bondy aus, der mehrfach entlang der sogenannten „Balkanroute“ unterwegs war. Wir wollen darüber hinaus eine Plattform schaffen, in der Geflüchtete aus der zugewiesenen Objektrolle heraustreten und an der Debatte teilnehmen können.
Über die gesamte Woche wollen wir zentrale Fragen der Flüchtlingspolitik diskutieren. Dafür setzen wir uns u.a. mit der Entstehung rechter Bewegungen, dem Missbrauch feministischer Positionen für rassistische Hetze und der Perspektive von internationalistischer Aktivität auseinander.

Die Ausstellung ist Mo. – Fr. ab 14 Uhr und Sa. ab 11 Uhr geöffnet und findet in Kooperation mit Attac Leipzig statt.

Wir werden versuchen zu allen Veranstaltungen eine Übersetzung in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi anzubieten.

Programmablauf:
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// MONTAG 25.04.16

18:00 Uhr | Eröffnung der Ausstellung
Die Fotoausstellung ist der Rahmen für die Veranstaltungswoche zu Flucht, Migration und die politische Auseinandersetzung rund herum. Ausgestellt sind Bilder des Fotografen Max Bondy, und Fotos die Geflüchtete auf ihren Reisen nach Europa aufgenommen haben. Wir wollen zur Ausstellungseröffnung in das Thema Flucht und Migration einführen und euch die Geschichten hinter den Bildern erzählen.
Im Anschluss | Rundgang mit Fotograf Max Bondy
Als immer mehr Geflüchtete nach Europa kamen, entschloss Max Bondy Unterstützung zu leisten. In Serbien, Ungarn und auf Lesbos machte er neben seiner praktischen Arbeit eindrucksvolle Bilder. Sie dokumentieren Situationen vor Ort und geben dabei der „Masse” ein Gesicht. Bei seinem Rundgang lässt er uns an seinen Erlebnissen teilhaben.
https://www.facebook.com/events/1590096507974469/

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// DIENSTAG 26.04.16

18:00 Uhr | Bericht aus dem Leben im Leipziger Zeltlager
Eine Person, die zur Zeit in einem Zeltlager in Leipzig lebt, wird von den dortigen Zustände berichten. Elsa Köster und Jan Brock mussten leider absagen; die Karte von „Abduls Flucht“ wird nichtsdestotrotz die ganze Woche ausgestellt sein.
https://www.facebook.com/events/626916564151352/

19:30 Uhr | „Human rights don’t apply here“ – Ein Bericht aus Idomeni
Ein Erfahrungsbericht über die momentane Situation von Flüchtenden in Griechenland mit speziellem Fokus auf Idomeni. Welche Strukturen bestehen vor Ort? Und welche Möglichkeiten und Hoffnungen bestehen für ein Weiterkommen? Ein Bericht über unmenschliche Abkommen, Skype Calls und Alltag im Schlamm.
https://www.facebook.com/events/220865604956479/

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// MITTWOCH 27.04.16

18:00 Uhr | IN OUR OWN WORDS – Lesung der Geschichten und Erfahrungen von geflüchteten Frauen in Deutschland
Die Aktivistinnen vom International Women Space (IWS) haben in ihrem Buch die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen in Deutschland dokumentiert unter Verwendung der lateinamerikanischen Tradition der Testimonial-Literatur.
https://www.facebook.com/events/1118123178227370/

19:00 Uhr | Hoch die internationale Solidarität?!
Mit Nadija Samour, Raul Zelik und Hassan Zeinel Abidine
Ausbeutung, Krieg, Flucht, Abschottung. Die Probleme sind groß; die Auseinandersetzungen darum scheinen zu verschieden und zu weit voneinander entfernt, um Synergien zu finden. Wie können Linke wieder gemeinsame Standpunkte finden? Wo sollte politisch angesetzt werden?
https://www.facebook.com/events/475830302622210/

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// DONNERSTAG 28.04.16

17:00 Uhr | Aufstieg des Femonationalismus
Ein Vortrag über anti-rassistischen und speziell muslimischen Feminismus – jenem, der die liberale sexuelle Aufklärung vor islamischem Hintergrund zu bekräftigen versucht. Dabei wird Büşra Delikaya (Bloggerin, Journalistin, Aktivistin) die meist sehr eurozentrisch angelegte Sicht auf Liberalität des Frau-seins, dessen normativ gestrickten Maßstäbe und Feminismus islamisch gerichteter Frauen mit in Bezug nehmen.
https://www.facebook.com/events/559404780896190/

19:00 Uhr | „l can’t imagine a feminism that is not anti-racist” Women in Exile ist eine Initiative von geflüchteten Frauen, die sich 2002 in Brandenburg zusammengefunden haben, um für ihre Rechte zu kämpfen. In ihrem Vortrag werden sie auf das Zusammenwirken von Rassismus und Sexismus und die doppelte Diskriminierung als Asylbewerberinnen* und als Frauen* eingehen.
https://www.facebook.com/events/260160414328463/

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// FREITAG 29.04.16

15:00 Uhr I My Makhzen and Me – Filmvorführung und Gespräch
Ein Kurzfilm über die Bewegung des 20. Februar 2011 in Marokko. Im Anschluss an die Vorführung wird einer der Produzenten und Beteiligten der „Bewegung 20. Februar“ zu den politischen Umwälzungen und Transformationen im Kontext des „arabischen Frühlings” sprechen.
https://www.facebook.com/events/263407737336421/

17:00 Uhr | Migration, Neoliberalismus und der rechte Aufstieg – Zusammenhänge und linke Antworten
Die AfD konnte reale Abstiegsängste in der Bevölkerung in rassistische Ressentiments ummünzen und zog in Sachsen-Anhalt mit einem Viertel aller Stimmen in den Landtag ein. „Das Boot ist voII”‚ „Wir können nicht alle aufnehmen“ — so werden geflüchtete Menschen für die soziale Misere in Deutschland verantwortlich gemacht. Wie geflüchtete und nicht-geflüchtete Menschen in neoliberaler Politik gegeneinander ausgespielt und den Rechten in die Hände gespielt wird, diskutieren auf dem Podium Herbert Schui, Carolin Hasenpusch und Sebastian Friedrich.
https://www.facebook.com/events/1124374237613718/

22:00 Uhr | Soliparty: Leipzig nimmt Platz
https://www.facebook.com/events/1669339079996658/
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// SAMSTAG 30.04.16

14:00 Uhr | Flüchtlinge in den Augen der Medien
Der Vortrag handelt von dem Einfluss der arabischen Medien über die Situation der Flüchtlinge in Europa. Fouad Moujahid wird die Positionen und Interessen der einzelnen Medien und ihren Einfluss auf die Flüchtenden aufzeigen. lm Anschluss wird über die Darstellung von Flüchtlingen in deutschen Medien diskutiert.
https://www.facebook.com/events/199406730444729/

16:00 Uhr | Imperialismus und Flucht
Aimen Elamir, der vor einige Monaten selbst von Libyen nach Deutschland floh, referiert über Beweggründe und Ursachen von Flucht innerhalb Afrikas und von Nordafrika nach Europa. Die Auswirkungen von Flucht sowohl auf die Herkunfts- als auch auf die Zielländer werden thematisiert. Sein inhaltlicher Fokus liegt dabei auf den Zusammenhängen von Imperialismus und Flucht.
https://www.facebook.com/events/1605467339774083/

18:00 Uhr | Zur aktuellen Lage in der Türkei
Seit mehreren Monaten werden wieder kurdische Städte von türkischen Streitkräften angegriffen. Es ist die nächste Eskalation in einer langen Geschichte von Kriegen und Unterdrückung. Gleichzeitig schließt jetzt die EU einen Deal zur Rückführung von syrischen Geflüchteten in die Türkei. In welch prekären Lage diese Menschen dort sind, bleibt unerwähnt. Über diese Themen referieren Mohamad AI Hussein und Philipp Bernert.
https://www.facebook.com/events/246634595687977/

معرض صور فوتوغرافية – محاضرات ـ نقاشات

يوجد في العالم اليوم أكثر من ٦٠مليون مهجر ولاجئ ، كلهم فرو من ويلات الحروب و الفقر.
الحكومات لأوروبية إستغلت و لا زالت تستغل هذه الكوارت الإنسانية لتحقيق الربح المادي و لستمرارية الهيمنة فنجد على رغم من كل هذه المأسي أن هذه الحكومة لازلت تبيع االسلاح لتغدية الحروب .
كحركة للاجيئين شعارنا هو“نحن هنا لإنكم دمرتم بلداننا“ نحمل فيه المسؤلية لمجموعة دول الشمال الغنية ، في كل لأوروبا اليوم يوجد منظمات و جمعيات لحماية و مساعدة لاجئين، من جهة لأخرى نري تصاعد الخطاب العنصري لليمين المتطرف وحملات تعبئة للأحزاب اليمنية المتطرفة ضد لاجئين . الحكومات لأوروبية أغلقت على لاجئين كل المنافد وشددت قوانين طلب لجوء.
نحن رابطة الطلبة لإشتراكين نبادر من خلال هذ المعرض للمشاركة في النقاش السياسي الدائر حالياً.
طوال لأسبوع كامل سيتم عرض صور للمصور ماكس بوندي التي تحكي قصة عبور لاجئين إلى لأوروبا أو ما يسمي „طريق البلقان“ لأسبوع كامل سنناقش فيه موضوع مركزي ألا وهو سياسة لجوء، صعود اليمين المتطرف و سوء لإستخدام مواقف الحركات النسائية .
المعرض مفتوح من لإثنين إلى الجمعة علي الساعة الثانية بعد الزوال والسبت علي ساعة الحادية عشر صباحاً بتعاون مع مجموعة „attak leipzig“ وسنحاول توفير مترجمين للغة لأللمانية لأنجليزية العربية و الفارسية .

لإثنين 25/04/2016
18:00 لإفتتاح المعرض
سنفتتح المعرض بمجموعة صور فوتوغرافية تحكي قصة الهجرة للمصور لألماني ماكس بوندي و كذلك صور خاصة للاجئين أخدت أثناء هذه الرحلة .
جولة مع ماكس بوندي
مع قدوم المزيد من لاجئين إلى لأوروبا قرر ماكس بوندي تقديم المساعدة عن طريق أرشفت هذه الرحلة التي عاشهاهو أيظاً، من صربيا و المجر و علي جزيرة „يسفولس“اليونانية .

الثلاثاء 04/26/2016
18:00 يوميات عبدول
مع الصحفيين إلسا كوستر و يان بروك يحكون لنا قصة عبدول و رحلته من أزمير إلى مالمو المليئة بالإثارة والمفعمة بلأمال، بسترات النجاة و المهربين المسلحيين وأشياء لأخرة مثيرة.
19:30 „حقوق لإنسان لاتطبق هنا“
تقرير من جزيرة إدومني اليونانية عن حالة لاجئين هناك ،ماهي الهياكل الموجودة محليا ؟ ومالإحتمالات و لأمال للمضي قدماً ؟ تقرير عن الإتفاق الغير إنساني، و محدثات عبر سكايب.

لأربعاء 04/27/2016
18:00 من كلماتنا لكم
قراءة قصص وتجارب لاجئات في ألمانية و ناشطات „IWS“" فضاء المرءة الدولي „يوتقون في كتابهم قصة لاجئات في ألمانية وشهادتهم علي ماحصل .
19:00 يحي التضامن الدولي ؟
مع نادية سمور،راول تشليك ، وحسن زين العابدين
مشاكل كبيرة تبدو مختلفة كالحرب الهجرة والتقسيم ولكنها قريبة من بعضها البعض ، البحت عن المأزرة ، وكيف يمكن لإيجاد لأرضية مشتركة للعمل ؟

الخميس 04/28/2016
17:00 نهوض الحركة النسائية
محاضرة عن الحركة النسوية المناهظة وخاصة منها لإسلامية بشري دليكيا ناشطة وصحفية من بلغارية ستحاول تسليط االضوء علي التربية لجنسية لبيرالية وربطها بالخلفية لإسلامية للموضوع .
19:00 „لا أتصور حركة النسوية غيرمعادية للعنصرية “
المرأة في المنفي هي مبادرة للجأت من ولاية برندربرغ جتمعواللمطالبة بحقوقهم و نضال من أجلها.
في محاضرتهم سوف يناقشون موضوع العنصرية و التمييزعلي أساس الجنس .

الجمعة: 29/04/2016
15:00 „أنا و المخزن “ فليم و نقاش
سوف نعرض لكم فيلم قصير عن حركة 20 فبرايرالمغربية في أعقاب المظاهرات التي جرت وتحولات السياسية التي أعقبتها في سياق الربيع العربي مع حمزة ويونس .
17:00 الهجرة – النيولبيرالية – صعود اليمين ـ رد اليسار .
إن نجاح الحزب اليمني „البديل من أجل ألمانية“ في لإنتخابات بربع المقاعد في ولاية „ساكسن أنهالت“ يترجم هبوط منسوب الخوف لدى الساكنة من العنصرية يناقش هذا الموضوع كل من هربرت شوي ، كارولين هزنبش ،سباستيان فريدريش.
22:00 حفل موسيقي

السبت 30/04/2016
14:00 لاجئين في عيون لإعلام
محاضرة تعالج تغطية وسائل لإعلام العربية لقضية لاجئين و تأتيرها علي المهاجرين يقدم هذه المحاضرة فؤاد المتوكل كما سيتم معالجة تغطية وسائل إعلام لألمانية لهذه القضية .
16:00 لأمبريالية والهجرة
أيمن العماري الذي هرب من ليبيا قبل أشهر إلي ألمانية ، سوف يتحدت عن دوافع و أسباب الهجرة داخل أفريقية و من إفريقيا إلي لأوروبا ، وكذلك يناقش أثارالهجرة من دول المنشاء إلي دول المهجر و سيتركزالنقاش علي العلاقة بين لإمبريالية ولجؤ .
18:00 الوضع الحالي في تركية
لعدة أشهر تتعرض المدن الكردية لهجومم من طرف الجيش التركي ، هذ التصعيد القديم الجديد الذي يطبع المنطقة بطابع الحرب ودمار، في الوقت نفسه تفقت لأوروبا مع تركية علي إعادة لاجئين ، هذه القضية الخطيرة يناقشها كل من محمد الحسين وفيليب برنار .

Exhibition – Lectures – Discussions

Worldwide there are sixty million people on the run, mainly from war and poverty. The European countries continually export weaponry, wage wars and make profits in colonial manner. The slogan of the Refugee Movement „We are here because you destroy our countries“ brings the responsibility of states from the global north to the point. Across Europe volunteer supporters stand up for refugee people. At the same time there is a huge increase in right-wing violence, racist mobilization and a massive increase in votes for right parties. European governments play into their hands by setting upper limits for migration, tightening the asylum law and closing borders.
That’s why we want to intervene in the political discourse as a socialist student association with individuals and initiatives by having a photo exhibition and several events. For one week, we display pictures of the Berlin photographer Max Bondy, who was along the so-called „Balkan route“ repeatedly. We also want to have a platform on which the Escaped can leave the assigned object role and participate in the debate.
We will discuss key issues of refugee policy over the entire week, will take a closer look at the emergence of right movements, the abuse of feminist positions for racial incitement and the perspective of internationalist activity.

MONDAY

Tour with photographer Max Bondy – 25/04/16 at 18.00
When more and more refugees came to europe Max Bondy decided to go south and support them. In Serbia, Hungary and on Lesbos he did not only help as a volunteer but took impressive pictures to document the situation and to give the phenomenon of „the refugees“ a face. He will share his experience of his time there with us .
https://www.facebook.com/events/1590096507974469/

TUESDAY

Report of the life in a Leipzig tent camp – 26/04/16 at 18.00
A person who lives in a tent camp in Leipzig will report on the conditions there. Elsa Köster and Jan Brock unfortunately had to cancel; the map of „Abdul Escape“ will nevertheless be displayed for the whole week.
https://www.facebook.com/events/626916564151352/

“Human Rights don’t apply here“ – 26/04/16 at 19.30
A field report about the present situation of refugees in Greece with a particular focus on Idomeni. What kind of structures exist on location? Which possibilities and hopes are there for getting further? A report about inhuman agreements, skype calls and everyday life in mud.
https://www.facebook.com/events/220865604956479/

WEDNESDAY

IN OUR OWN WORDS – Reading of the stories and experiences of refugee women in Germany – 27/04/16 at 18.00
The activists from International Women Space (IWS) Berlin have documented the lives and stories of refugee women in Germany in their book. They approached the project in the Latin American tradition of testimonial literature – looking to amplify the voice of the voiceless.
https://www.facebook.com/events/1118123178227370/

Long live international solidarity?! With Nadija Samour, Raul Zelik and Hassan Zeinel Abidine – 27/04/16 at 19.00
Exploitation, war, escape, isolation. The problems are big; the struggles for emancipation in different countries seem hardly compatible to each other. Is there any common class standpoint? What can be done to defeat suppressive transnational structures?
https://www.facebook.com/events/475830302622210/

THURSDAY

Rise of Femonationalism – 28/04/16 at 17.00
A lecture about anti-racist and especially Muslim feminism – the one that tries to confirm the liberal sex education against Islamic background. Büşra Delikaya (blogger, journalist, activist) will thereby refer to the mostly eurocentric view on the liberality of being a woman, its normative standards and the feminism of women with Islamic background.
https://www.facebook.com/events/559404780896190/

„I can‘t imagine a feminism that is not anti-racist“ – 28/04/16 at 19.00
Women in Exile is an initiative of refugee women founded in Brandenburg in 2002 by refugee women to fight for their rights. Their lecture will focus on the interrelation between racism and sexism and the intersectionality as asylum seekers and as women*.
https://www.facebook.com/events/260160414328463/

FRIDAY

My Makhzen and Me – Short Film and discussion – 29/04/16 at 15.00
A short film about the movement of 20th February 2011 in Morocco. After the presentation one of the producers and participants of the „movement 20th February“ will talk about the political revolution and transformation in the context of the “Arab Spring“.
https://www.facebook.com/events/263407737336421/

Migration, Neoliberalismus and rise of the right-wing – Correlations and answers of the left-wing – 29/04/16 at 17.00
The AfD was able to transform real fears of decline and loss of the population into racist resentments and to gain entrance to parliament with one fourth of all votes in Sachsen-Anhalt. „The boat is filled to the brim“, „We can‘t accomodate everyone“ – that is how refugees are made responsible for the social misery in Germany. Herbert Schui, Carolin Hasenpusch and Sebastian Friedrich will discuss on the podium how citizens and non-citizens are pitted against each other in neoliberal politics and how this plays into the hands of right-wing politics and people.
https://www.facebook.com/events/1124374237613718/

„Leipzig nimmt Platz“ Solidarity Party – 29/04/16 at 22.00
https://www.facebook.com/events/1669339079996658/

SATURDAY

Refugees in the media – 30/04/16 at 14.00
Fouad Moujahid will reconstruct t a picture of refugees in the arabic media for us. And he will show which positions, interests and influences the different media have. In connection with that we want to discuss the presentation of refugees in german media.
https://www.facebook.com/events/199406730444729/

Imperialism and Escape – 30/04/16 at 16.00
Aimen Elamir who came from Libya to Germany a few months ago will give a report on the reasons of flight in (North-)Africa. He will focus on the link between imperialism and the „refugee crisis“.
https://www.facebook.com/events/1605467339774083/

The current situation in Turkey – 30/04/16 at 18.00
For several months kurdish cities have been attacked by turkish strikeforces. It is a new escalation in a long row of war and suppression. At the same time the EU makes a deal with the turkish government to push back refugees. Philipp Bernert will talk about the situation of kurds and refugees in Turkey.
https://www.facebook.com/events/246634595687977/

Recht auf Stadt – Seminarwochenende

Am kommenden Wochenende richten wir in Zusammenarbeit mit der Z. Zeitschrift für marxistische Erneuerung ein Seminar aus, mit drei einzelnen Veranstaltungen, zum Stand der Ökonomisierung von Lebensraum und dessen Gegenperspektiven:

Samstag, 11:30 Uhr, GWZ Raum 2.010: Vortrag und Diskussion mit Frank Deppe

Samstag, 16:00 Uhr, GWZ Raum 2.010: Vortrag und Diskussion mit Susanne Heeg
In Vorbereitung auf diesen Vortrag könnt ihr euch hier ihren Text zu „Wohnungen als Finanzanlage“ durchlesen.

Sonntag, 16:00 Uhr, Raum wird noch bekannt gegeben: Gesprächsrunde mit Recht auf Stadt – Aktivist*innen.

Aktuelles Plenum!

Unsere Plena finden immer donnerstags um 19:00 Uhr im GWZ (Beethovenstraße 21) am Fachschaftsraum Politikwissenschaft (2.216) im zweiten Stock.

Kommt gerne immer vorbei!

Veranstaltungen des SDS bei den Kritischen Einführungswochen

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Lange Monate der Planung und Organisation zahlen sich aus: Ab heute finden wieder die Kritischen Einführungswochen an der Uni Leipzig statt. Zahlreiche linke Gruppen und Initiativen haben zusammen ein breites Programm für die nächsten drei Wochen zusammengestellt.

Zentraler Anlauf- und Infopunkt ist das Couchcafé im Zelt auf dem Campusinnenhof. Kommt gerne auf einen Kaffee vorbei.

Eine Übersicht unserer Veranstaltungen als SDS findet ihr hier: www.facebook.com/sdsleipzig/events

Kritische Einführungswochen 5. – 23.10.

Neu an der Uni und gespannt was dich erwartet? Das Semester steht vor der Tür und damit hektische Tage voller Formalitäten. Ganz bestimmt kann einem die Uni wie eine Welt für sich vorkommen, mit ihrer eigenen Geschichte und ihren eigenen Regeln. Sie ist aber nicht losgelöst von der Gesellschaft.

In Westdeutschland durchbrach die 68er Bewegung vor rund 50 Jahren mit dem Spruch „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ die verkrusteten und von alten Nazis durchsetzen Unistrukturen. Mit der Bewegung schwappte eine ganze Welle an kritischen ProfessorInnen an die Universitäten.
Seit dem hat sich aber viel verändert. Die Linken WissenschaftlerInnen und Institute aus der Zeit der Studierendenbewegung sind längst allesamt ausgestorben. In Ostdeutschland konnten sie wegen der konformistischen Neubesetzung nach der Wende in dieser Form erst gar nicht entstehen. (mehr…)

Legida keinen ruhigen Moment lassen! No pasarań!

Über ein halbes Jahr ist es her, dass im Januar Neonazis zum ersten Mal unter dem Label Legida in Leipzig mobil machten. Dem traten damals ca. 30.000 Menschen aus der gesamten Leipziger Zivilgesellschaft entgegen. Auch an der Uni Leipzig gründete sich ein studentisches Bündnis mit dem optimistischen Namen „Legida?! Läuft nicht!“. Aus der heutigen Perspektive betrachtet müssen wir gestehen, dass sich unser damaliger Optimismus nicht bewahrheitet hat. Legida läuft nach wie vor und das in einer Regelmäßigkeit, die für uns vor einem halben Jahr schlicht unvorstellbar gewesen wäre. Gleichzeitig erleben wir zahlreiche Ermüdungserscheinungen auf Seiten der Gegenbewegung. (mehr…)

Linke Genderkritik im Anschluss an Judith Butler

Über Verwerfungen und Ausschlüsse
einer bipolaren heteronormativen Gesellschaft

Ein Workshop im Rahmen des Leipziger CSDs

Zeit: Mittwoch, 17.07.13, 16 Uhr
Ort: linXXnet (Bornaische Str. 3d)

Mit ihren Thesen zum stetigen Werden von „Geschlecht“ erschütterte die amerikanische Philosophin Judith Butler den feministischen Konsens der 90er Jahre. Teile der Frauenbewegung hatten sich damit abgefunden, die „natürliche“ Materialität des männlichen/weiblichen Körpers (sex) von der formbaren Geschlechtsidentität (gender) loszulösen.
(mehr…)

150 Jahre SPD – kein Grund zum Feiern!

Während sich die SPD in elitärem Rahmen, weiträumig abgeschottet von Polizei und Ordnungskräften, selbst feiert und so illustre Gäste wie Joachim Gauck und Angela Merkel kratzbuckelig gratulieren, wollten wir als SDS Leipzig (zusammen mit der Gruppe Prisma) die SPD an ihre weniger glanzvollen Momente in ihrer 150jährigen Geschichte erinnern.

150 jahre spd

Mit Schildern bewaffnet, auf denen z.B. „99 Jahre Kriegskredite“, „10 Jahre Armut per Gesetz durch Agenda 2010″ und „14 Jahre Kosovokrieg“ zu lesen stand, wollten wir zum Eingang der Feierlichkeiten gehen und auf unsere Weise mitjubeln. Leider hat die Polizei uns vorher abgefangen und festgehalten, während zeitgleich Joachim Gauck den Einsatz der SPD für ihre Verdienste für die Demokratie in Deutschland lobte. Wir wurden dann aufgefordert uns aufzulösen, was wir genutzt haben, um uns wirkungsvoll in Kleingruppen auf den Marktplatz zu stellen und die Liveübertragung aus dem Gewandhaus zu dekorieren. Daraufhin wurden wir von vielen Passant_innen angesprochen, die uns zu der Aktion gratuliert haben und uns ihre Sympathie bekundeten.

Zu recht, finden wir. Denn wann immer sich die SPD in die Tradition der Arbeiterbewegung zu stellen versucht, wie es die Festredner_innen und Gratulant_innen auf der Feier heute taten, werden wir sie daran erinnern, dass die SPD seit 1914 konsequent auf der Seite der Herrschenden steht und die Arbeiterklasse stets aufs Neue verraten hat.