Nachdenken | Weiterdenken

Wir haben den Historiker Ralf Hoffrogge eingeladen, um in einer gemütlichen Runde über Sozial- und Ideengeschichte zu diskutieren und Schlussfolgerungen für unser heutiges Wirken zu ziehen. Ihr seid herzlich eingeladen!

Liberalismus und Sozialismus

- die Gründerzeit der deutschen Arbeiterbewegung in den 1860ern

am 17.01. 19:00 Uhr am Campus Hörsaalgebäude HS 16

Stärkste der Parteien?

- Die Sozialdemokratie 1890-1914

am 26.01. 19:00 Uhr am Campus Neues Seminargebäude 204


Liberalismus und Sozialismus

– die Gründerzeit der deutschen Arbeiterbewegung in den 1860ern
am Dienstag, dem 17.01., 19:00 Uhr
am Campus Augustusplatz Hörsaalgebäude HS 16

Aus heutiger Sicht erscheinen liberale und sozialistische Ideen als unvereinbare Gegensätze. Die Fronten zwischen (neo)liberalen Vertretern des Marktes und sozialistischen Regulierungsideen sind klar gezogen. Bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts war dies jedoch anders. Arbeiter und liberale Bürger kämpften gemeinsam gegen Monarchie und Obrigkeitsstaat, für Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit. Die Verbindung war so eng, das sozialistische und Liberale Ideen mehr oder weniger eine Einheit bildeten: Zukunftsvisionen wie der Genossenschaftsgedanke wurden gemeinsam verfochten, Arbeitervereine traten vielfach als liberale Bildungsvereine auf.
Zunehmende Interessengegensätze im Laufe der Industrialisierung führten jedoch innerhalb nur eines Jahrzehnts zum Bruch – ab 1869 gingen sozialistische und liberale Politik getrennte Wege, es entstand erstmals eine eigenständige sozialistische Arbeiterbewegung in Deutschland.

Der Historiker Ralf Hoffrogge, Autor des 2011 erschienenen Einführungsbandes „Sozialismus und Arbeiterbewegung“ in der Reihe theorie.org wird diese Gründungsphase der linken Bewegung in einem kurzen Vortrag nachzeichnen, danach ist Gelegenheit zur Diskussion.

Stärkste der Parteien?

- Die Sozialdemokratie 1890-1914
am Donnerstag, dem 26.01., 19:00 Uhr
am Campus Augustusplatz Neues Seminargebäude 204

Die Phase vor dem Ersten Weltkrieg und der anschließenden Spaltung in Sozialdemokratie und Kommunismus gilt im allgemeinen als eine Hochphase der sozialistischen Bewegung in Deutschland. Die Sozialdemokratie umfasste als Partei alle sozialistischen Strömungen jener Zeit, sie hatte nach einer zwölfjährigen Phase von Verbot und illegalität sogar den „eisernen Kanzler“ Bismarck überwunden und wurde bei der Reichstagswahl 1912 stärkste Partei im deutschen Parlament. Auch international gab sie den Ton an: deutsche und österreichische Theoretiker waren seinerzeit die weltweit führenden Vordenker und Vordenkerinnen des Marxismus.
Dennoch schwenkte diese Partei, die als Musterbeispiel für Organisation und Geschlossenheit galt, 1914 nahezu widerstandslos auf den Kurs der kaiserlichen Regierung ein und ermöglichte damit die Katastrophe des Weltkrieges – es dauerte ganze zwei jahre, bis ab 1916 wieder Ansätze für eine sozialistische Oppositionspolitik sichtbar wurden.

Der Historiker Ralf Hoffrogge, Autor des 2011 erschienenen Einführungsbandes „Sozialismus und Arbeiterbewegung“ in der Reihe theorie.org, wird die Entwicklung der Deutschen Sozialdemokratie zwischen 1890 und 1914 in einem kurzen Vortrag erläutern und versuchen, dem Widerspruch von Stärke und Ohnmacht der sozialistischen Bewegung in jener Zeit auf die Spur zu kommen. Danach ist Gelegenheit für Diskussionen und die Frage nach der Relevanz dieser Erfahrungen für die Gegenwart.


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