Archiv der Kategorie 'Feminismus'

Yes, she can?! - Veranstaltungsreihe des SDS

NÄCHSTES TREFFEN

Das nächste SDS-Treffen findet am Mittwoch, den 04. Mai, um 19 Uhr im GWZ1 statt. Wir treffen uns in Raum 2.1.16 (1. Etage, rechts).

Wir werden uns mit „Frauen und Arbeit – Die Vergeschlechtlichung von Berufsarbeit und ihre Folgen“ beschäftigen. Trotz weitestgehender Abschaffung formaler Berufsbeschränkungen für Frauen – Frauen dürfen (fast) jeden Beruf ausüben und jede Ausbildung aufnehmen – ist der Arbeitsmarkt der BRD nach Geschlechtern geteilt. Es gibt „typische“ Männerberufe und „typische“ Frauenberufe. Letztere sind in der Regel verbunden mit niedrigerem Status, Lohn und Sicherheit. Wie kommt das? Wie wird diese Situation re/produziert? Welche Rolle spielen Gewerkschaften? Was bewirken Frauenquoten? usw. usf.
_Zu Beginn wird es einen Input geben. Hier findest du ein Handout mit Fragen für die Diskussion und angenehm kurzen Lesestoff.

Du bist herzlich eingeladen, Fragen zu stellen, zu kommentieren, zu diskutieren oder einfach mal vorbeizuschauen!

  1. GWZ = Geisteswissenschaftliches Zentrum in der Beethovenstraße 15, gegenüber der Universitätsbibliothek Albertina. [zurück]

Yes, she can? Kinder, Küche und Karriere

Veranstaltungsreihe des SDS zu Feminismus und gegen die Diskriminierung von Frauen.
Immer 19 Uhr im Seminarraum 2 in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät auf dem Campus Augustusplatz direkt nebem dem Seminargebäude (Grimmaische Str. 12: Wo is‘n das?)

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Donnerstag, 26.5.: „Die Frauenbewegten: Geschichte, Erfolge und Rollbacks“ (Vortrag und Diskussion). Referentin: Dr. Florence Hervé

Die Frauenbewegung bzw. der Feminismus hat Geschichte geschrieben. Ein Rückblick scheint einfach, wenn man das Thema auf die bekannten Slogans und Ikonen reduziert. Die Chiffre Feminismus steht aber für eine Vielheit an sozialen Kämpfen, politischen Errungenschaften und akademischen Debatten. Wir wollen nach Verbindungslinien in der Geschichte bis zu den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts suchen und die Frage stellen, was sich aus der Geschichte lernen lässt.

Dr. Florence Hervé ist Journalistin, Publizistin und Historikerin. Zuletzt erschienen: „Frauen der Wüste“ (2011, AvivA Verlag).

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Montag, den 30.5.: „Unterdrückung in den Grenzen von 2011″ (Vortrag und Diskussion). Referentin: Dr. Gisela Notz

Diskriminierung von Frauen nimmt heute subtile Formen an. Der neoliberale Umbau des Sozialstaates, des Arbeitsmarktes und neue Rollenbilder haben die Hausfrauen“karriere“ und das Modell des männlichen Alleinernährers überholt. Wir fragen deshalb, welche Erscheinungsformen die Benachteiligung von Frauen heute konkret annimmt, wie sie funktioniert und wo wir den Hebel für Veränderung ansetzen können.

Dr. Gisela Notz ist Historikerin und Publizistin. Zuletzt erschienen: „Feminismus“ (2011, Papyrossa Verlag), „Theorien alternativen Wirtschaftens“ (2011, Schmetterling Verlag).

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Montag, den 6.6.: „Jede Frau steht ihren Mann: Der Feminismus der Neoliberalen“ (Vortrag und Diskussion). Referent: Dr. Jörg Nowak

Der Neoliberalismus hat seine eigene Spielart des Feminismus hervor gebracht. Diese Variante dominiert nicht nur die öffentliche Debatte, sondern passt auch zu konkreten politischen Maßnahmen der letzten Jahre. In der Veranstaltung werden wir uns mit beiden Aspekten – Diskurs und Politik – auseinander setzen und überlegen, wo und wie wir dagegen intervenieren können.

Dr. Jörg Nowak ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Kassel. Er promovierte mit: „Geschlechterpolitik und Klassenherrschaft“ (2009, Verlag Westfälisches Dampfboot).

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Gemeinsam mit euch wollen wir bei jeder Veranstaltung diskutieren: Was verstehen wir heute unter Feminismus? Welche politischen Forderungen und Interventionen folgen daraus? Was heißt das Ganze für die Praxis linker Menschen und Organisationen? Wie können wir effektiv für wahre Gleichberechtigung streiten?

Sozialistischer Feminismus 2011

Ein Fokus des Leipziger SDS in diesem Jahr (2011) liegt auf der Diskriminierung von Frauen und dem Kampf dagegen.

Anlässlich des 100. Jubiläums des Internationalen Frauentages in diesem Jahr wird (verhältnismäßig) viel über Kämpfe und Errungenschaften von Frauen gesprochen. Es wird gejubelt: Endlich ist eine weibliche Ministerin für Arbeit und Soziales möglich! Es wird geklagt: Noch immer keine Frauen in den Vorständen von DAX-Unternehmen!

Diese Debatten sind uns zu beschränkt! Wir haben keinen Bock auf Gleichstellung nur für Elitefrauen. Wir haben auch keinen Bock auf eine „Emanzipation“, in der sich Frauen wie Männer verhalten, um Erfolg zu haben und Männer sich weiter wie „richtige Männer“ verhalten müssen. Gleichheit in der Ausbeutung, ob als Elite oder im Prekariat? Nicht mit uns!
Kurzum: Wir wollen nicht von Patriarchat reden und vom Kapitalismus schweigen (und umgekehrt)!

Was wollen wir dann?
Wir wollen in diesem Jahr einen Begriff davon entwickeln, was linker / sozialistischer / marxistischer Feminismus heute ist? Wie Unterdrückung speziell von Frauen funktioniert? Wie die Diskriminierung von Frauen mit kapitalistischer Produktionsweise zusammenhängt? Wie wir neuere Ansätze feministischer Forschung integrieren können (z.B. Konstruktion von Geschlechtern, Intersektionalität, …)? Wo und wie wir intervenieren können (außerhalb und innerhalb linker Organisationen)?

Dazu wird es eine Veranstaltungsreihe von uns im Sommersemester geben. Zudem findet ihr in der Kategorie „Feminismus“ Texte von uns und anderen Autor_innen rund um das Thema zum nachlesen und nachdenken.

Texte und Referate von SDSlern zu Feminismus

- Inputreferat zu
Historische Errungenschaften und Kaempfe der Frauenbewegung
- Inputreferat zu
Debatten und Konfliktlinien in sozialistischen Feminismen seit 68ern

- Anregung zum Nachdenken über Geschlechterverhältnisse im SDS vom Bundesarbeitskeis Femininismus des SDS (2010):
Denkanstoß für einen feministischen SDS
- Diskussionsbeitrag von marx21 (Strömung im SDS – ehemals „linksruck“) (2011):
Marxistischer Feminismus – Ein Diskussionsbeitrag ueber Theorie und Praxis
- Replik auf den Diskussionsbeitrag von marx21 (2011):
Bedingt kampfbereit1

  1. Bei dieser Überschrift handelt es sich um eine Anspielung auf den Artikel „Bedingt abwehrbereit“ im Spiegel Nr. 41 von 1962, der die sogenannte „Spiegel-Affäre“ auslöste. Siehe Spiegel Archiv und Wikipedia [zurück]

Weiterführende Texte rund um Feminismus

Diskussion um den Zusammenhang von Patriarchat und Kapitalismus
- Eva Cyba (2010): „Patriarchat: Wandel und Aktualitaet“ (Exzerpt)
- Ursula Beer (2010): „Sekundaerpatriarchalismus: Patriarchat in Industriegesellschaften“ (Exzerpt)
--> beide Texte in „Frauen in Bewegung“ (2010) (Reader des bundesweiten SDS-Seminars zu Feminismus 2010)
- Frigga Haug (2001): Geschlechterverhaeltnisse (Im Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus)
- Heidi Hartmann (1981): Marxismus und Feminismus. Eine unglückliche Ehe (USA), Teil I, II, III
- Frigga Haug: Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse. Über die unglückliche Ehe von Feminismus und Marxismus; Interview in Radio Z (Nürnberg), 15 min

Neoliberale Vereinnahmung der Frauenbewegung
- Nancy Fraser (2009): Feminismus, Kapitalismus und die List der Geschichte

Intersektionale Perspektiven2
- Birgit Rommelsbacher (2008?): Ausgrenzung und Emanzipation

Kritik (neo)liberal-feministischer Diskurse (Thea Dorn & Co)
- Joerg Nowak (2008): Neoliberaler Feminismus und konservative Weiblichkeit
- Katrin Schierbach (2009): Die neue F-Klasse

Frauendiskriminierung und neue Familienmodelle im Neoliberalismus
- Gabriele Winker (2007): Traditionelle Geschlechterordnung unter neoliberalem Druck

Feministische Diskurse seit 1990ern
- Birgit Sauer: Gender und Sex


Rolle von Frauen bei Unterdrückung (Vermittlungszusammenhang von Struktur und Individuum)

- Frigga Haug (2008): Opfer oder Taeter?

Bürgerliche Gesellschaft und Frauenunterdrückung
- Gabriele Wilde (2009): Buergerliche Vertragstheorien und Geschlecht

Frau und Prostitution
- Tjaden (2007): Arbeiterbewegung und Prostitution

  1. Bei dieser Überschrift handelt es sich um eine Anspielung auf den Artikel „Bedingt abwehrbereit“ im Spiegel Nr. 41 von 1962, der die sogenannte „Spiegel-Affäre“ auslöste. Siehe Wikipedia. [zurück]
  2. Intersektionalität ist ein wissenschaftliches Konzept, welches mehrere Diskriminierungsverhältnisse zugleich in den Blick bekommen möchte. Es geht davon aus, dass Macht und Herrschaft nicht nur entlang des Geschlechts verläuft, sondern auch entlang von „Rasse“ und Klasse. Sofern sie wirksam sind, können weitere Differenzlinien hinzukommen (z.B. Alter). Relevant sind diese Erkenntnisse z.B. für die Arbeit von LesMigras, die einen verständlichen Flyer zu „Mehrfachdiskriminierung“ herausgegeben haben. [zurück]



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